Ma­the­ma­tik in Pa­der­born

Mathematische Forschung, von den Grundlagen bis zur Anwendung, ist der Schlüssel für technische Innovationen. Eine hochkarätige mathematische Ausbildung bildet den Grundstein für die Entwicklung zukünftiger Fachkräfte. Das Institut für Mathematik in Paderborn zeichnet sich durch eine breite Palette exzellenter Forschung aus, die von reiner Mathematik bis hin zu Industriekooperationen und Forschung in der Mathematikdidaktik reicht. In unserem Lehrangebot bieten wir in den Studiengängen Mathematik und Technomathematik eine Ausbildung auf internationalem Spitzeniveau an sowie hoch bewertete Lehramtsstudiengänge für die gesamte Bandbreite an Schulformen.

Ak­tu­el­les

Am 17.11.2025 begrüßte der Dekan der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik der Universität Paderborn, Prof. Dr. Jürgen Klüners, die Gäste zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Karin Binder (Didaktik der Mathematik) und Jun.-Prof. Dr. Jonas Jalowy (Wahrscheinlichkeitstheorie).

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Das Institut für Mathematik der Universität Paderborn zählt im Shanghai-Fächerranking 2025 erneut zu den leistungsstärksten mathematischen Forschungseinrichtungen Deutschlands. Das international renommierte „Global Ranking of Academic Subjects“ (GRAS) bewertet jährlich die Forschungsstärke von Hochschulen weltweit in 57 Fächern aus den Natur-, Ingenieur-, Lebens-, Medizin- und Sozialwissenschaften. Grundlage der Einstufung sind unter anderem…

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Am 6. November 2025 besuchten zwei Mathematikleistungskurse der Marienschule Lippstadt das Institut für Mathematik. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten im Rahmen von drei Workshops  zu komplexen Zahlen, der Mathematik hinter dem Kartenspiel Dobble und an einem Escapegame zum Thema „Symmetrie“. Zusätzlich gab es einen Kurzinput zum Mathematikstudium mit anschließender Fragerunde.  Die Workshops wurden teilweise in Zusammenarbeit mit dem…

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For­schung

In unserem Institut für Mathematik erstreckt sich unsere Forschung von exzellenter Grundlagenforschung bis zu interdisziplinärer Zusammenarbeit. Im SFB TRR 358 'Ganzzahlige Strukturen in Geometrie und Darstellungstheorie' forschen Mathematiker aus den Bereichen Analysis und Algebra über traditionelle Fachgrenzen hinweg. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf Gebiete wie Stochastik, angewandte Mathematik und die enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Ein starker Schwerpunkt liegt außerdem auf der Forschung im Bereich der Mathematikdidaktik, der durch gemeinsame Forschungsprojekte von Mathematikdidaktikern und Mathematikern bestens in das Institut integriert ist.

Stu­di­um

In­for­ma­ti­o­nen für Ziel­grup­pen

Nachrichten

27.11.2025

Neue Im­pul­se für For­schung und Leh­re: An­tritts­vor­le­sun­gen von Bin­der und Ja­lowy

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25.11.2025

"Shang­hai-Fä­cher­ran­king": In­sti­tut für Ma­the­ma­tik schnei­det er­neut sehr gut ab

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18.11.2025

Ma­the­ma­ti­k­leis­tungs­kur­se der Ma­ri­en­schu­le Lipp­stadt zu Be­such am In­sti­tut für Ma­the­ma­tik

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08.10.2025

3. Run­de der Kol­lo­qui­ums­rei­he „Pa­der­bor­ner Per­spek­ti­ven auf In­klu­si­on"

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29.09.2025

Na­boj Ma­the­ma­tik Wett­be­werb mit Pa­der­born als ein­zi­gen Stand­ort in NRW

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16.09.2025

Start des Pro­jekts Ma­the-Aben­teu­er an der Uni­ver­si­tät Pa­der­born

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12.09.2025

SFB-TRR 358 Ou­tre­ach-Team auf der NRW Schü­ler­aka­de­mie für Ma­the­ma­tik und In­for­ma­tik

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12.09.2025

In­ter­na­ti­o­na­les Stu­die­ren­den­se­mi­nar zur Geo­me­trie: Pa­der­bor­ner Lehr­amts­s­tu­die­ren­de zu Be­such an der NT­NU Trond­heim

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04.09.2025

Neue Pro­de­ka­ne für In­for­ma­tik und Ma­the­ma­tik ge­wählt

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11.07.2025

Wei­er­straß Vor­le­sung 2025 - Prof. In­g­rid Dau­be­chies

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10.07.2025

Ab­sol­ven­ten­fei­er der Fa­kul­tät für Elek­tro­tech­nik, In­for­ma­tik und Ma­the­ma­tik mit Fest­vor­trag von Pro­fes­sor Sir John As­ton und…

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25.06.2025

Zwei neue Ge­sich­ter – zwei Per­spek­ti­ven: An­tritts­vor­le­sun­gen von Prof. Dr.-Ing. Nils C. Ger­hardt und Jun.-Prof. Dr. Si­mo­ne Ja­blon­ski

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04.06.2025

Four­Math – Preis für In­no­va­ti­on und Qua­li­täts­ver­bes­se­rung in der Leh­re 2024

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04.06.2025

HAL­MA im Rah­men der Aus­schrei­bung „Lehr­a­r­chi­tek­tur" der Stif­tung In­no­va­ti­on in der Hoch­schul­leh­re er­folg­reich

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24.04.2025

Für Schü­ler*in­nen: Neue On­line-Tref­fen des Pa­der­bor­ner Ma­the­zir­kels

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Weitere Neuigkeiten

Geo­me­trie im Un­end­li­chen - DFG för­dert For­schungs­pro­jekt von Pa­der­bor­ner Ma­the­ma­ti­ker

Fliegt ein Flugzeug immer geradeaus, umrundet es irgendwann die annähernd kugelförmige Erde auf einer kreisförmigen Flugbahn – vorausgesetzt, es handelt sich um ein Flugzeug, dem nie der Sprit ausgeht. In Räumen mit einer komplexeren Geometrie als jener der Erde können die gedachten Bahnen eines immer geradeaus fliegenden Flugzeugs dagegen deutlich komplizierter aussehen. Wie aber ließen sich diese sinnvoll mit Zahlen charakterisieren? Diese und weitere Fragen beschäftigen den Mathematiker Dr. Benjamin Küster von der Universität Paderborn im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Geometry at infinity“ (SPP 2026).

In der Mathematik bezeichnet man die lokal kürzeste Verbindungskurve zweier Punkte als Geodäte. Ein immer geradeaus fliegendes Flugzeug wird so auf der Erde immer dieselbe Route fliegen, dieselben Orte sehen und alles außerhalb der Route nie überfliegen. Ganz anders sieht es hingegen in der Geometrie der „lokal-symmetrischen Räume“ aus. In seinem DFG-Teilprojekt untersucht Küster zusammen mit Wissenschaftlern der AG „Spektral Analysis“ Räume, die sich wesentlich von der oben beschriebenen Situation unterscheiden: „Die Räume, mit denen wir uns beschäftigen, haben im Gegensatz zur Erde keinen endlichen Durchmesser. Es gibt also Orte mit beliebig großer „Luftlinienentfernung“ zueinander. Der zweite Unterschied zur Erde ist, dass ein imaginäres Flugzeug, das in den von uns betrachteten Räumen stur geradeaus fliegt, typischerweise nicht immer dieselbe Flugbahn wiederholen wird. Seine Route sieht eher chaotisch aus. Zudem können diese Räume beliebig viele Raum- und Zeitdimensionen haben. Bei mehreren Zeitdimensionen kommt die Analogie mit den Flugbahnen an ihre Grenzen – man bräuchte dann mehrere Flugzeuge, die nicht mehr alle geradeaus fliegen, sondern nach gewissen Regeln ihre Richtung ändern würden.“

Geometrie und Dynamik in Zahlen

Um lokal-symmetrische Räume zu untersuchen und zu charakterisieren, stützen sich die Wissenschaftler auf sogenannte „Resonanzen”. Das sind Verallgemeinerungen des Konzepts der Resonanzfrequenzen. Küster: „Im Fall einer geschlossenen Flugbahn auf der Erde ist die Situation einfach. Hier gibt es nur eine Resonanzfrequenz, und zwar das Inverse bzw. den Kehrwert der Zeit, die ein Flugzeug mit vordefinierter Geschwindigkeit braucht, um die Erde zu umrunden. Auf einer Erde mit Mondgröße wäre diese Zeit kürzer, die Resonanzfrequenz also höher.“ So enthalten die im Projekt betrachteten Geometrien zwar auch geschlossene Geodäten, auf die meisten treffe dies jedoch nicht zu, weswegen sie auch keine Umrundungszeit besitzen würden. „Dennoch lassen sich auch in diesem Fall Resonanzen definieren, die es einem erlauben, die „Flugbahnen“ mit Hilfe von Zahlen zu charakterisieren und beispielsweise quantitativ zu beschreiben, wie „chaotisch“ die Bahnen sind“, so der Paderborner Mathematiker.

Neue Forschungsfragen entdecken

Das Thema „Resonanzen“ berührt mehrere Teildisziplinen der Mathematik wie Analysis, Geometrie, dynamische Systeme, Zahlentheorie und mathematische Physik. Küster: „Während es in der angewandten Mathematik und der Physik durchaus „reale“ Resonanzfrequenzen gibt, die man etwa in einem Experiment messen und mit einem mathematischen Modell vergleichen kann, bieten die im Projekt betrachteten abstrakteren Aspekte des Forschungsgebiets innerhalb der reinen Mathematik Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise durch neue Beweismethoden. Vor allem aber gibt es zahlreiche spannende neue Forschungsfragen und -richtungen, die es erst noch zu entdecken gilt.“

Die DFG fördert das Projekt am Paderborner Institut für Mathematik unter dem Titel „Resonanzen für nicht-kompakte lokal-symmetrische Räume“ für die nächsten drei Jahre mit 291.500 Euro.

Foto (Universität Paderborn): Dr. Benjamin Küster, Institut für Mathematik.

Kontakt

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Dr. Benjamin Delarue

Spektral Analysis

Projektleiter, DFG-Projekt "Resonanzen für nicht-kompakte lokal-symmetrische Räume"

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